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Maurer
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Norwegen: Nachhaltige Instandsetzung

Askøy-Brücke bekommt Traversenpaketwechsel statt Komplettaustausch.

Bergen. Nachhaltigkeit wird immer wichtiger auf dem Bau. In Norwegen demonstrierte MAURER, wie durch den Austausch des Mittelträgerpakets viel CO2 eingespart wurde. Zudem erfüllen die neuen Übergangskonstruktionen hohe Anforderungen an Korrosionsschutz und Geräuschminderung.

Die  Askøybrua ( Askøy-Brücke) verbindet die Insel  Askøy im Südwesten  Norwegens mit Bergen. Die Hängebrücke hat eine Länge von 1.057 m, die Hauptspannweite beträgt 850 m. Die Brücke hat pro Richtung eine Fahrspur plus Rad- und Fußweg.

Die Brücke wurde 1992 eröffnet, 2025 stand der Austausch der Fahrbahnübergangskonstruktionen an den beiden Pylonen an. Die Übergänge fungieren als dehnbare Verbindungen zwischen der Hängebrücke und der Landseiten. Sie sind notwendig, weil sich die Bauwerke z. B. wegen Temperaturschwankungen, Wind und Verkehr ausdehnen oder verdrehen. Es braucht also eine Übergangskonstruktion, die aber vom Verkehr sicher überfahrbar sein muss.

MAURER lieferte für die  Askøy-Übergänge zwei lärmgeminderte Schwenktraversen  XS10  Hybrid mit einem  TSZA-Korrosionsschutz (Thermische Spritzverzinkung Aluminium) – Details siehe unten.

Schwenktraversen-Dehnfugen werden seit Jahrzehnten erfolgreich in anspruchsvolle Brücken eingebaut. An der  Askøy-Brücke erlauben sie Bewegungen von bis zu 1.000 mm und Verdrehungen in alle Richtungen. Die Schwenktraversen tragen die obenliegenden, parallelen 9 Mittelträger (Lamellen). Die Traversen verlaufen leicht schräg zur Fahrtrichtung und sorgen so dafür, dass sich die öffnenden und schließenden Bewegungen der Brücke gleichmäßig auf die Dichtprofile zwischen den Stahlprofilen verteilen.  MAURER Schwenktraversen-Übergangskonstruktionen sind mit dem hochwertigen Gleitwerkstoff MSM® für Lager und Federn ausgestattet. MSM® garantiert die zwängungsfreie Bewegung und gewährleistet so die Langlebigkeit der Konstruktion und der Brücke.

Traversenpaket statt kompletter Austausch
Um die Sanierung so nachhaltig und schnell wie möglich zu bewerkstelligen, wurden nicht die ganzen Übergangskonstruktionen ausgetauscht, sondern nur das Traversenpaket. Der Traversenpaketwechsel bedeutet, dass auf Seiten der Hängebrücke der Anschluss an den Stahl erfolgte, auf der anderen Seite blieben die Traversenkästen im Beton. Das sparte große Mengen CO2, da der komplette Ausbau, die Entsorgung des ausgebauten Materials sowie der Neueinbau von großen Mengen Beton, Stahl usw. gespart wird. Nicht zuletzt wurde auch CO2 durch den Einsatz von langlebigen Hybridkonstruktionen gespart. Nachhaltigkeitsberechnungen weisen dies nach.

Die Arbeiten an der Übergangskonstruktion wurden überwiegend nachts durchgeführt. Aufgrund der zweispurigen Verkehrsführung der Brücke war es nur dann möglich, eine Fahrspur zu sperren. Tagsüber lief der Verkehr unbeeinträchtigt weiter. Dies konnte durch den Einsatz von Überfahrplatten (sog. Steel   Bridges) gewährleistet werden, die über der Übergangskonstruktion montiert wurden und eine durchgehende Befahrbarkeit sicherstellten. Für das Einheben der neuen Mittelträger, die jeweils in einem Stück über die gesamte Brückenbreite eingesetzt wurden, war eine vollständige Sperrung der Brücke erforderlich. Diese erfolgte an zwei Wochenenden im  Oktober 2025 für je 12 Stunden.

Supervisor vor Ort
Die  Consolvo AS war für die gesamte Maßnahme verantwortlich. Seitens MAURER war ein Supervisor vor Ort, der das Team beim Aus- und Einbau der  Übergangskonstruktionen unterstützte. Der Einsatz eines einzelnen Supervisors anstelle eines größeren Montageteams reduzierte den Reiseaufwand erheblich und war also auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sehr effizient.

Die Übergangskonstruktion ist durch die salzhaltige Atmosphäre über dem Wasser, Witterungseinflüsse, Kondensatbildung sowie den Einsatz von Tausalz erheblichen Belastungen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund wurde das Traversenpaket in Hybridausführung konzipiert und mit einem besonders hochwertigen Korrosionsschutzsystem ausgestattet. Der befahrene obere Bereich besteht aus Edelstahl, während alle übrigen Bauteile mit einer 200 µm starken  ZnAl15-Spritzverzinkung (TSZA) versehen wurden.

Aufgeschweißte Rauten
Unmittelbar am südlichen Brückenkopf liegt der  Bergener  Stadtteil  Kjøkkelvik, deshalb war eine Geräuschminderung vorgegeben. MAURER realisiert dies seit  Jahrzehnten mit oben aufgeschweißten, speziell profilierten Rauten. Sie reduzieren den Geräuschpegel um 30 bis 50 %. Aufgeschweißt sind die Rauten deshalb, weil das erheblich länger hält als verschraubte Elemente, die sich durch die ständigen Überfahrungen lösen können.

 

Askoy-Brücke im Südwesten Norwegens